Geriatrie

Frau Dr. med. Mirja Katrin Modreker

Fachärztin für Innere Medizin und Geriatrie, Chefärztin der Klinik für Geriatrie

Chefarztsekreteriat Geriatrie

Anja Hegel
Tel. +49 (0)4751 908216
E-Mail: Anja.Hegel@khlh.de

Die Geriatrie ist spezialisiert auf die Behandlung älterer Menschen.

Ein geriatrischer Patient zeichnet sich durch ein erhöhtes Lebensalter sowie das Zusammenliegen mehrerer, meist chronischer, Erkrankungen aus. Diese können insbesondere durch wechselseitige Beeinflussung zu einer deutlichen Beeinträchtigung der Funktionalität mit Verlust der Selbsthilfefähigkeit und Mobilität führen.

Betreut werden in der Geriatrie ältere Menschen mit internistischen, neurologischen, unfallchirurgischen, orthopädischen, rheumatologischen und auch psychiatrischen Erkrankungen.
Wichtig ist dabei, die Besonderheiten der Medikation bei älteren Menschen (Gerontopharmakologie) sowie die Vermeidung einer Multimedikation zu beachten.
Hierzu gehört z.B. auch eine altersgerechte Schmerztherapie.

Die Behandlung der geriatrischen Patienten erfolgt im multimodalen Therapieansatz, indem die verschiedenen Berufsgruppen (Pflege, Ärzte, Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Psychologie) gemeinsam mit dem Patienten arbeiten.

Schwerpunktmäßig wird im Rahmen einer geriatrischen Frührehabilitation gearbeitet, sodass neben der medizinischen Diagnostik und Therapie frührehabilitative Therapiemaßnahmen (aktivierend therapeutische Pflege, Ergotherapie, Physiotherapie, Logopädie, Psychologie) durchgeführt werden.

Ziel der geriatrischen Behandlung ist neben der Linderung der akuten Beschwerden die Wiedererlangung der höchstmöglichen Selbstständigkeit und Mobilität. Im Mittelpunkt steht immer die individuelle Lebensqualität.

Die Geriatrie spezialisiert sich neben dem breiten Spektrum der Inneren Medizin auf folgende Krankheitsbilder und Syndrome:

  •  Kardiologische Erkrankungen (Herzinsuffizienz, Bluthochdruck)
  •  Lungenerkrankungen (z.B. COPD)
  •  Neurologische Erkrankungen (z.B. M. Parkinson, Schlaganfall)
  •  Diabetes mellitus Typ 2 mit den Folgeerkrankungen
  •  Sturzsyndrom sowie
  •  Sturzfolgen (z.B. Frakturen), postoperative Folgen
  •  Multifaktorielle Gangstörungen und Immobilität
  •  Mangelernährung
  •  Frailty-Syndrom (Gebrechlichkeit)
  •  Schluckstörung (Dysphagie)
  •  Sprechstörungen
  •  Psychische Erkrankungen (z.B. Depressionen)
  •  Chronische Schmerzen
  •  Kognitive Störungen (Demenz, Delir)
  •  Etc.

Pflege:
Das Team der Pflege ist speziell auf dem Gebiet der Geriatrie ausgebildet, verfügt z.T. über die Fachweiterbildung Geriatrie gemäß ZercurGeriatrie sowie daran angrenzenden Schwerpuntkthemen. Die Pflege arbeite nach dem Konzept der aktivierend therapeutischen Pflege, d.h. es werden die Resourcen des Patienten erkannt und gefördert, die Eigenaktivitäten und Fähigkeiten z.B. in der Körperpflege und in der Mobilität, unterstützend verbessert.

Physiotherapie:
In der Physiotherapie wird auf neurophysiologischer Grundlage nach dem Bobath Konzept und nach der Vojta Methode gearbeitet. Es fließen aktive und passive Übungen und Therapiemethoden der Krankengymnastik mit ein, dies in der ganzheitlichen Betrachtungsweise und immer individuell dem Patienten angepasst.
Ziel ist die Wiederherstellung und Sicherung der (möglichst) eigenständigen Mobilität, Gangsicherheit sowie kardiopulmonale Ausdauerfähigkeit.

Ergotherapie:
Das Ziel der Ergotherapie ist es, Menschen jeden Alters mit physischen oder psychischen Einschränkungen ein möglichst eigenständiges und uneingeschränktes Handeln und selbstständiges Leben zu ermöglichen.
Es werden z.B. Feinmotoriktraining, ADL Training, kognitives Training durchgeführt. Darüber hinaus erfolgt Hilfsmittelberatung und Erprobung, dies auch in Zusammenarbeit mit den KollegInnen der Physiotherapie und des Sozialdienstes.

Logotherapie:
Durch die Logopädie erfolgt die Diagnostik mit der Frage nach Sprach- / Sprechstörungen sowie Schluckstörungen (Dysphagie) und entsprechende individuell auf das Krankheitsbild abgestimmte Therapie.

Psychologie:
Das Leistungsspektrum umfasst die neuropsychologische Diagnostik, die Untersuchung des kognitiven Leistungsvermögens und die Erfassung möglicher psychischer Störungen (z.B. Depression, Angststörung).
Hinzu kommen regelmäßige therapeutische Gespräche zur emotionalen Stabilisierung und Motivierung sowie die psychologische Beratung der Angehörigen.

Dabei beschreibt der folgende Grundsatz die Arbeit unser Therapeutischen Teams:

Soviel Hilfe wie nötig, soviel Selbstständigkeit wie möglich!